Prof. Dr.-Ing. Stefan Zima

April 2004

Sein Leben im „Ruhestand" währte nicht lange. Keine zwei Monate nach seiner Pensionierung erreichte die Fachhochschule Gießen-Friedberg die Nachricht, dass Prof. Dr. Stefan Zima am 12. April 2004 gestorben ist.

„Sprache ist das wichtigste Arbeitsmittel des Technikers und Ingenieurs". Diese von Akteuren technischer Disziplinen eher selten zu hörende Überzeugung artikulierte Stefan Zima in seinem 2002 erschienenen Buch „Kommunikation in der Technik". Die Erkenntnis, dass der menschlichen Sprache eine fundamentale Funktion beim Denken von Sachverhalten, bei der Aneignung von Wissen und bei dessen Vermittlung zukommt, hat er überzeugend verkörpert - als Hochschullehrer und als Autor.

Stefan Zima, Jahrgang 1938, gehörte dem Lehrkollegium der Fachhochschule Gießen-Friedberg seit 1977 an. Vor der Berufung zum Professor für die Fachgebiete Kolbenmaschinen und Maschinendynamik an den heutigen Friedberger Fachbereich Maschinenbau, Mechatronik, Materialtechnologie hatte er einen durchaus ungewöhnlichen Lebenslauf zurückgelegt. Nach dem Abitur 1959 begnügte er sich nicht mit einem Gleis. Er studierte Maschinenbau an der TU Berlin und absolvierte währenddessen eine Ausbildung zum Lokomotivführer. Als Ingenieur-Assistent fuhr er auf verschiedenen Schiffen der Handelsmarine mit. Im Jahr 1968 ging der Diplom-Ingenieur zur Maybach Mercedes-Benz Motorenbau GmbH (heute MTU). Dort war er bis zu seinem Wechsel an die Hochschule in der Entwicklungsabteilung tätig. Seine profunden Praxiserfahrungen brachte er nach Friedberg mit, wo er mit großem Engagement das Brennkraft-maschinenlabor leitete. Für dessen permanente Modernisierung setzte er sich ein, um den angehenden Ingenieuren eine praxisnahe Ausbildung auf aktuellem technischen Stand vermitteln zu können. Die Entwicklung des Fachbereichs prägte er durch seine wissenschaftliche Arbeit, durch seinen Kooperationen mit der Industrie und vier Jahre lang auch als Dekan. Nicht zuletzt ist seiner Initiative die Einrichtung des, hessenweit an einer Fachhochschule, ersten Studiengangs Mechatronik am Standort Friedberg zu verdanken.

Dass Stefan Zima im Laufe der Jahre ein bekennender Friedberger wurde, belegen auch seine Arbeiten, die sich mit der Geschichte der Ausbildungsstätte befassen. Für die Festschrift „100 Jahre Ingenieurausbildung in Friedberg" hat er einige Beiträge geschrieben, die sich - passagenweise humorig - der Institution aus lokalhistorischer Sicht widmen. Als es darum ging, einen sachkundigen Festredner zum Jubiläum zu finden, fiel die Wahl der Hochschule auf den langjährigen Professor. Stefan Zima hat mit seiner Persönlichkeit, seinen Leistungen im Hochschulbetrieb und seinen Publikationen - darunter einige Bücher zur Motortechnik - viel dafür getan, dass er an der Fachhochschule Gießen-Friedberg in guter Erinnerung bleiben wird.

 Veröffentlichungen


 

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